Versandkosten – ein Statement

Da die Frage, der Höhe der Versandkosten, immer wieder auftaucht und ich persönlich dachte, wir hätten das eigentlich ausführlich behandelt, dem aber wohl nicht so ist, hier nochmal eine Erklärung.

Eins vorweg: Mir liegt persönlich auch viel daran einen angemessenen Versand- und Verpackungskostenpreis zu haben, aber es muss wirtschaftlich tragbar sein, sonst kann ich den Laden gleich zu machen.

Natürlich ist es so, dass ein Zahnrad, eine einzelne Pfeife oder auch ein anderes Teilchen problemlos in ein normales Kuvert oder ein Luftpolsterkuvert passt. Und natürlich gibt es mit der Prio-Brief Option bei der Deutschen Post auch eine Nachverfolgbarkeit und dadurch würde es auf den ersten Blick günstiger werden, aber leider ist es nicht so leicht. Nur weil eine Abgashutze aus Kunstoff in einem Luftpolsterkuvert wahrscheinlich überlebt, heißt es nicht dass es das wirklich tut.

Technische Voraussetzungen: Wenn Sie ein kleines Teil bestellen, das eben in ein Kuvert passen würde, dann muss der Shop jedoch auch wissen, ob das Teil wirklich da rein passt und wie das ganze aussieht wenn Sie zwei davon kaufen. Wenn Sie nur eine Schraube kaufen, dann ist das leicht. Man könnte dem Artikel „Schraube“ hinterlegen, dass es in ein Kuvert passt und fertig. Damit hätten wir das Porto für einen Kompaktbrief (aktuell 90 Cent). Hinzu kommt noch das Kuvert (sind wir großzügig 10 Cent).

Aber nur weil Schraube A ohne Probleme in ein Kuvert passt, ist das bei Schraube B leider nicht so. Da braucht es dann, z.B. weil sie dicker ist, einen Kompaktbrief und ein Luftpolsterkuvert. Auch hier könnte man natürlich den Preis hinterlegen und fertig. Wenn Sie Schraube A und B kaufen, dann könnte das System erkennen, dass man für Schraube B das Luftpolsterkuvert benötigt und setzt automatisch den höheren Wert an. Jetzt ist es jedoch so, dass wir aktuell über 50.000 Artikel haben und nicht für jeden dieser Artikel individuelle Versandkostenstaffeln hinterlegen können. Wenn dann eine Preisänderung bei der Post kommt – sie können es sich vorstellen. Jedes Teil muss vermessen werden (ein Gehäuse geht z.B. in einen Maxibrief, eine Platine in einen Großbrief usw.) und gewogen werden. Das ist technisch für uns nicht machbar. Selbst wenn wir jetzt dafür einen Programmierer engagieren, der uns dieses System aufsetzt müssen wir den bezahlen und das auch irgendwie umlegen.

Rechtliche Seite: Wir haben selbst bei Sendungen mit Tracking immer wieder Sendungsverluste. Für jeden dieser Sendungsverluste sind wir als Händler verantwortlich. D.h. Sie erhalten nach Abschluss der Nachforschung bei der Post Ihr Geld von uns zurück erstattet. Dies kann aber bis zu 6 Wochen dauern. Das ärgert uns und Sie, aber das ist leider so (übrigens auch bei anderen Versanddienstleistern).

Bei Briefsendungen ohne Tracking erhalten wir von der Post nichts erstattet, müssen aber Ihnen das Geld erstatten. Selbst wenn Sie uns zusichern wir sollen es auf Ihr Risiko versenden sind wir in der Nachweispflicht. Und ganz ehrlich: Wenn etwas verloren geht, wer will dann schon auf dem Schaden sitzen bleiben? Wir können es uns nicht leisten auf „gut Glück“ Postsendungen zu verschicken und diese zu erstatten. Das müsste dann durch andere Portokosten wieder querfinanziert werden. Auch die Arbeitszeit die wir benötigen um die Nachforschungen anzustoßen, die Erstattungen durchzuführen (die auch in der Buchhaltung Gebühren kosten), die Transaktionsgebühren der Bank und und und… da kommt mehr zusammen als man im ersten Moment denkt. Daher ist es leider nicht mehr möglich Bestellungen per Briefpost zu versenden – wir können es uns schlicht nicht mehr leisten.

Portokosten: Wir haben mehr als nur Portokosten. Wir bezahlen für die Entsorgung der Verpackung (selbst wenn sie recycelt ist), für die Verpackung selbst, Paketklebeband und müssen auf die Portokosten auch Steuern bezahlen. Als sog. Nebenleistung müssen wir auf die eigentlich steuerbefreiten Briefmarken die Umsatzsteuer abführen.

Z.B. Sie kaufen einen Artikel und haben einen Euro Versand- und Verpackungskosten. Die Briefmarke kostet einen Euro. Nach Abzug der 16% MwSt. bleiben 0,86 Cent übrig. Der Versand muss also mindestens 1,16 Euro kosten, damit wir beim Versand nicht drauf zahlen. Hinzu kommen jetzt z.B. 20 Cent für einen Großbriefkarton, Packseide, Klebeband, Entsorgungsgebühren und und und. Irgendjemand muss das Ganze auch noch verpacken.

Nochmal zurück zum Priobrief: Diesen müssten wir selbst auch noch zur Post bringen, und dann im Nachgang Ihnen die Sendungsnummer mitteilen. Das Porto mag günstiger sein, aber die Arbeitszeit die hinter so einem Priobrief steckt ist recht hoch. Geben Sie Ihrer Zeit einen Preis.

Sicherheit: Absolute Sicherheit gibt es nie, aber wir wollen auch, dass ihre Ware heil bei Ihnen ankommt. Wir versenden ausschließlich im Karton, welcher ihre in Packseide und Tütchen gebetteten Teile enthält.

Wirtschaftlichkeit: Wenn Sie ein Teil für 0,85 Cent bei uns bestellen (und wir haben viele dieser günstigen Teile), mit Paypal bezahlen ist das einfach nicht wirtschaftlich kostendeckend, wenn wir einfach „nur“ die Briefmarke in Rechnung stellen. Wir haben keinen Mindestbestellwert für Kleinteile, weil wir eine schnelle und zuverlässige Versorgung sicherstellen wollen. Bei dutzenden verschiedenen, maßgeschneiderten Verpackungslösungen kommt auch noch der Mehraufwand beim Verpacken an sich hinzu. Es müssen leider einfach auch gewisse Standards was Kartonagen & Prozesse betrifft geschaffen werden, damit der Versand in einer vertretbaren Zeit auch abgearbeitet werden kann. Denn durch das mehr an Variationen erhöht sich wieder die Arbeitszeit und damit auch die Kosten.

Wir haben inzwischen Jahrelang Erfahrung im Versand von kleinen, großen und empfindlichen Teilen. Vertrauen Sie uns bitte, dass wir die beste Lösung suchen und mit unseren aktuellen Modellen auch glauben gefunden zu haben.

Und wieso sind die anderen billiger? Ehrlich gesagt: Keine Ahnung warum es vereinzelte Anbieter gibt, die günstiger sind. Wenn Sie bei diesem Anbieter ein gutes Gefühl haben, dann sprichst nichts dagegen dort zu kaufen. Wir müssen eben (wie schon öfter erwähnt) wirtschaftlich sein. Übrigens: Wir erhalten öfter mal Mails, dass der Artikel XY bei Anbieter 1 um 40 Cent günstiger ist als bei uns… da kann man nur sagen „Schlagen Sie zu“ 🙂

Nochmal: Es liegt in meinem Interesse die Versandkosten so niedrig wie möglich zu halten, aber es muss sich aufgehen, sonst können wir gleich zu machen. Unsere Versandkosten sind im Durchschnitt, unsere Versandkostenfreigrenze ist niedriger als bei den meisten Mitbewerbern und wir bieten ein breites, teils seltenes Sortiment an Ersatzteilen, einen schnellen Service und einen breiten Fundus an Kleinserienherstellern an. Wir hoffen Sie schätzen dies auch wert und hängen sich dann nicht an unseren – kostendeckenden – Versandkosten auf.

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